IMG_1423Jede Trauerfeier ist anders. Und das ist auch nur gut so, denn jeder Mensch ist ja auch anders. Während bei dem einen die klassische kirchliche Bestattung genau das Richtige ist, wäre das bei einer anderen Person völlig unpassend. Wir bemühen uns, Sie dabei zu unterstützen, den individuell passenden Rahmen zu finden.

Bei vielen Menschen spielt die Religion noch eine wichtige Rolle im Leben. Sie richten ihre Weltanschauung danach aus und der Glaube gibt ihnen gerade in schwierigen Lebenssituationen Kraft. Dem sollte dann natürlich auch die Trauerfeier Rechnung tragen.

Was ist bei unterschiedlichen Religionen zu beachten? Hier eine kleine Übersicht, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. (Wir beschränken uns hier auf die Religionsgemeinschaften, die den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts haben – in alphabetischer Reihenfolge.)

Die evangelische Bestattung

IMG_1431Im Vogelsberg ist es wohl die häufigste und damit auch geläufigste Form einer Bestattung. Aber auch hier gibt es Unterschiede in den Gemeinden. In einigen Gemeinden gehört die Musik und der Gesang untrennbar zu einer Bestattung dazu, in anderen Gemeinden ist keine Musik vorgesehen. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass die Pastorin oder der Pastor die Trauerfeier gestaltet, nachdem er oder sie ein ausführliches Gespräch mit den Angehörigen geführt hat. In der Regel findet die Trauerfeier in der Friedhofskapelle statt. Oftmals wird zuvor auch schon seelsorgerischer und liturgischer Beistand am Sterbebett geboten. Bei der Trauerfeier, die in der Regel direkt vor der eigentlichen Bestattung stattfindet, wird  durch eine Predigt, Lesungen und Gebete der Hoffnung auf eine Auferstehung durch Christus Ausdruck verliehen. Danach begleitet die Gemeinde den Sarg oder die Urne zum Grab. Dort wird oftmals noch eine weitere kurze Predigt gehalten, bevor man den Verstorbenen mit einem „Vaterunser“ und den Worten „Erde zu Erde, Asche zur Asche, Staub zum Staub“ beisetzt.

Wie gesagt, kann es aufgrund der unterschiedlichen Regularien in den Landeskirchen und auch aufgrund von örtlichen Gepflogenheiten zu Abweichungen davon kommen, aber oftmals läuft eine evangelische Bestattung so ab, wie beschrieben.

Die katholische Bestattung

Eine Abschiednahme, an der jeder Anwesende teilhaben kann, hilft bei der Verarbeitung des Verlustes. Deshalb dürfte hier jeder Trauergast ein Teelicht entzünden.

Eine Abschiednahme, an der jeder Anwesende teilhaben kann, hilft bei der Verarbeitung des Verlustes. Deshalb dürfte hier jeder Trauergast ein Teelicht entzünden.

In der römisch-katholischen Kirche wird die Bestattung „Kirchliche Begräbnisfeier“ oder auch „Exsequien“ genannt. Der Ritus wird durch den Glauben an die fortdauernde Gemeinschaft der lebenden und verstorbenen Gläubigen und an die Auferstehung der Toten geprägt. Die kirchliche Begräbnisfeier gehört zu den Sakramentalien, also den heilswirksamen Zeichen. Im Allgemeinen wird sie von einem Priester, einem Diakon oder einem Gottesdienstbeauftragten geleitet. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann eine katholische Bestattung eine Prozession von der Kirche zum Friedhof einschließen. Der Gottesdienst besteht dann aus einer Eröffnung, der Verkündigung des Wortes Gottes, fürbittendem Gebet und einer Verabschiedung. Vor der Beisetzung des Sarges auf dem Friedhof wird das Grab mit Weihwasser und Oration gesegnet. Danach folgt häufig eine Einleitung mit einem Bibelzitat. Dann wird das Einsenken des Sarges angekündigt und dann mit Begleitworten vorgenommen. Nachdem der Sarg mit Weihwasser besprengt wurde, wird das Kreuz aufgestellt. Danach kann es noch ein Glaubensbekenntnis oder ein Lied geben, das „Vater unser“ und auch ein „Ave Maria“ oder ähnliches sind noch möglich.

Die neuapostolische Bestattung

Wunderschönes Blumenarrangement auf einem edlen Sarg mit Wurzelholzfunier.

Wunderschönes Blumenarrangement auf einem edlen Sarg mit Wurzelholzfunier.

Während der Trauerfeier wird das Leben des Verstorbenen gewürdigt und den Hinterbliebenen besonderer Trost zugesprochen. Je nach Wunsch findet die Trauerfeier auf dem Friedhof oder, unabhängig von der Beisetzung, in der Kirche statt. Die Durchführung der Trauerfeier richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und Bräuchen, sofern diese nicht im Widerspruch zur Lehre der Neuapostolischen Kirche stehen. Besteht in besonderen Fällen der Wunsch, dass nach bereits erfolgter Trauerfeier ein Seelsorger auch an einer späteren Beisetzung teilnimmt, kann dieser bei der Übergabe des Sarges bzw. der Urne an die Erde ein Gebet sprechen.

Die Bestattung von Zeugen Jehovas

Eine schlichte Dekoration zu einer Trauerfeier mit einer Urne.

Eine schlichte Dekoration zu einer Trauerfeier mit einer Urne.

Der Ort der Trauerfeier wird von den Familienangehörigen festgelegt. Die Trauerfeier kann im Gotteshaus der Zeugen Jehovas (dem sogenannten Königreichssaal), in einer Trauerhalle, in einer Privatwohnung oder direkt am Grab stattfinden. In der Trauerrede wird dann einerseits die Persönlichkeit des Verstorbenen gewürdigt und andererseits die Auferstehungshoffung erklärt. Jehovas Zeugen glauben an eine buchstäbliche Auferstehung in einem Paradies auf der Erde. Am Ende der Rede wird dann gewöhnlich ein Lied gesungen und ein Gebet gesprochen. Danach geht man – je nach Ort der Trauerfeier – zum Grab, wo ein Glaubensbruder noch ein Gebet spricht. Das Werfen von Erde, Grabbeigaben und auch das Kreuz sind bei Beerdigungen von dieser Glaubensgemeinschaft nicht üblich, auch gibt es keinen Gedächtnisgottesdienst.

Die weltliche Bestattung

Die Gedächtnishalle auf dem Lauterbacher Friedhof - ein würdevoller Ort für eine etwas persönlichere Trauerfeier.

Die Gedächtnishalle auf dem Lauterbacher Friedhof – ein würdevoller Ort für eine etwas persönlichere Trauerfeier.

Und wie verhält es sich mit Menschen, bei denen die Religion keine größere Rolle mehr im Leben spielt? Nun unserer Überzeugung nach, hat jeder Mensch eine würdige Trauerfeier verdient. Daniel Zielke hat sich deshalb auch als Freier Trauerredner weiterbilden lassen, um bei solchen Trauerfeiern nicht nur den Lebenslauf eines Menschen vorzutragen, sondern einen ganz persönlichen, individuellen Rückblick halten zu können. Einen Rückblick, der die Persönlichkeit und die Lebensleistung eines Verstorbenen hervorhebt, aber auch durch die Erinnerung Trost vermitteln kann. Auch die passende Trauermusik kann dazu einen großen Beitrag leisten – ob live, oder „vom Band“ – ob klassisch, oder modern – eben ganz so, wie es der Verstorbene mochte. So kann man auch solch eine – sogenannte – weltliche Trauerfeier etwas persönlicher gestalten.